Die Hornets gewinnen den Nervenkrimi gegen Mannheim im Penaltyschießen.

Beim ersten Aufeinandertreffen der Hornissen mit den Maddogs Mannheim musste gar das Penaltyschießen her. Im Shoutout können sich die Gastgeber durchsetzen und gewinnen mit 5-4 n.P.
Personaltechnisch konnte Cheftrainer Lukas Srnka ziemlich aus dem Vollen schöpfen. Matthew Genest-Schön feierte sein Heimdebüt in dieser Saison, ebenso kehrte Routinier Hellmann wieder in das Zweibrücker Aufgebot. Auf der Torhüterposition rotierte Jonas Reiser für Michi Seitz in den Kader, den Start bekam Tim Schweitzer. Insgesamt konnte man dreieinhalb Reihen aufbieten, um so gegen die ersatzgeschwächten Maddogs für viel Rotation zu sorgen. Die Mannheimer mussten bei ihrer ohnehin schon angespannten Personaldecke noch kurzfristig auf zwei Spieler verzichten, sodass man nur mit 12 Feldspielern plus zwei Torhütern die Reise in die Rosenstadt antreten musste.
Das Spiel vor über 500 Zuschauern begann so, wie es die Heimfans sich gewünscht haben. Nach wenigen Sekunden taucht Matthew Genest-Schön vor dem Mannheimer Gehäuse auf, der Verteidiger kann den Pass auf den langen Pfosten aber nicht verwerten. Auf der Gegenseite zeigten die Gäste aber schnell, wie sie den Hornissen heute Schmerzen zufügen möchten. Ein schneller Konter über Topscorer Grossmann, doch auch dieser scheitert am Torhüter. Daraufhin entwickelte sich ein kleines Privatduell zwischen den Pfosten, auf der einen Seite Tim Uhrig, der per Direktabnahme von Simon Klemmer geprüft wird, auf der anderen Seite pariert Schweitzer die Direktabnahme von Grossmann. Nach sieben Minuten dann eine Szene aus der Kategorie Kurioses: Kapitän Brüstle bekommt den Puck hinter der Mannheimer Torlinie, aus schier aussichtsloser Position bringt er den Puck vor das Mannheimer Tor, dort trifft er den Schlittschuh von Schlussmann Uhrig, der nicht mehr reagieren kann und den Puck ins eigene Tor stolpert. Dies schien der Dosenöffner für den nächsten Heimsieg der Hornissen zu sein, doch die Mannheimer waren wenig beeindruckt und waren um eine schnelle Reaktion bemüht. Wieder Zbaranski auf Grossmann, die Direktabnahme landet aber wieder in den Armen von Tim Schweitzer. Minuten später gibt es dann eine kleine Drangphase der Gäste, diese erzeugen viel Chaos vorm dem Zweibrücker Tor und nach viel Gestocher landet der Puck auf der Kelle von Sullikowksi, der gnadenlos abstaubt. Doch auch die Hornets waren nicht beeindruckt durch den Mannheimer Treffer, abermals vier Minuten später zieht Stephen Brüstle von der blauen Linie ab, Torhüter Uhrig bekommt gut die Sicht genommen und ist dadurch machtlos, der Kapitän der Hornets trifft bereits zum zweiten Mal zur 2-1 Pausenführung.
Nach der Unterbrechung waren es aber die Gäste, die wacher aus der Kabine kamen. Die Mannheimer werfen einen scharfen Schuss vor das Zweibrücker Tor, im Slot lauert Krohne, der aber nicht verwerten kann. Kurz darauf hat Adam Spurny den Puck und umkurvt einmal ganz Mannheim, taucht völlig frei vor Tim Uhrig auf, aber dieser zeigt seine ganzen athletischen Fähigkeiten und pariert den Schuss. Kurz darauf wird Alex Kotasek vor dem Mannheimer Gehäuse freigespielt, aber wieder steht der gut aufgelegte Uhrig richtig. Wenige Sekunden später gibt es dann Chaos vor dem Mannheimer Tor, einige Spieler liegen um den Torraum herum, da bekommt Adam Spurny die Scheibe und legt ihn ganz trocken ins Kreuzeck. Mit dieser 2-Tore-Führung wogen sich die Zweibrücker schon fast in Sicherheit, doch die Gäste wollten sich nicht abschütteln lassen. Fünf Minuten nach dem Hornissen-Treffer, läuft EHC-Schreck Zbaranski einmal durch die Zweibrücker Defensive hindurch, steht völlig frei vor Schweitzer und lässt diesem mit einem platzierten Schuss in den linken Winkel keine Chance, Mannheim verkürzt auf 3-2. Dieses Tor verunsicherte die Hintermannschaft des EHC, denn plötzlich war es Mannheim, die das Heft in die Hand nahmen. 115 Sekunden nach dem 3-2 gibt es einen Aufbaufehler der Zweibrücker Defensive, Sullikowski bekommt den Puck vors Tor und dieser lässt Schweitzer auch dieses Mal keine Möglichkeit zur Abwehr, plötzlich steht es 3-3. Doch dann gab es aufgrund einer Strafe gegen Mannheim die Möglichkeit, doch noch ein versöhnliches Ende für ein verkorkstes Drittel herbeizuführen. Denis Majewski versucht es mit Wucht von halbrechts, der Puck kommt im Slot zum liegen, doch der Abnehmer fehlt. Wenige Momente später nimmt sich Majewski erneut ein Herz, dieses Mal zappelt der Puck im Netz. Nach kurzer Zeit entscheidet Hauptschiedsrichter Stromberg aber auf "kein Tor", er will eine Behinderung von EHC-Stürmer Trenholm gesehen haben, deutlich zum Unmut der Heimfans. Somit geht es aber mit einem 3-3 in die letzte Unterbrechung des Abends, viel Rede- und Verbesserungsbedarf für den Gastgeber.
Und in diesem Schlussabschnitt zeigten die Hornets, dass sie das Spiel unbedingt gewinnen möchten. Die starke zweite Reihe um Adam Spurny war wieder im Mittelpunkt, diesmal bedient er Daniel Bihn, der aber an den Schonern von Uhrig hängen bleibt. In Minute 47 versucht es dann der Auffällige Tim Mäding aus der Drehung, der Puck wird aber von Uhrig in die Rundung abgewehrt. Von dort läuft dann der Mannheimer Konter an, Naumann kommt mit Tempo in das Zweibrücker Drittel, spielt einen scharfen Pass vor das Tor und dort hält Erdinger entscheidend die Kelle rein, sodass Mannheim zum ersten Mal an diesem Abend in Führung kommt. Und dieser Treffer war ein Nackenschlag für den EHC, der in dieser Phase ein deutliches Chancenplus hatte, allerdings den Puck nicht im Tor unterbringen konnte. Und so plätscherte das Spiel allmählich vor sich her, Mannheim wollte nicht mehr und die Gastgeber spielten deutlich zu kompliziert. Kurz vor Ende war erneut die erste Reihe im Fokus, Hellmann spielt über Bande auf Marco Trenholm, der aber von halblinks deutlich verzieht. Kurze Zeit später war dann die zweite Reihe wieder auf dem Eis, Spurny findet seinen Landsmann Kotasek frei vor dem Tor und dieser verwandelt mit viel Überzeugung den Puck im Netz. Dieser vielumjubelte Ausgleichstreffer gab dem EHC nochmals etwas Energie, während Mannheim mit schweren Beinen dem Abpfiff entgegensehnte. Nach 60 Minuten hieß es dann 4-4, somit geht es ins entscheidende Penaltyschießen.
Den Anfang bei Gastgeber Zweibrücken machte Simon Klemmer, der trotz einer sehenswerten Täuschung zu weit rausgedrängt wird. Bei Mannheim lief Sulliwoksi zum ersten Penalty, bei dem er Schweitzer schön aussteigen ließ und so den Vorteil nach Mannheim holte. Danach war Adam Spurny dran, der mit viel Wut im Bauch in Richtung Uhrig lief und mit einem platzierten Schuss nach links auf Ausgleich stellte. Dann folgte der vielleicht entscheidende Wechsel des Abends. Als Grossmann schon anlaufen wollte, wechselte Hornets-Coach Srnka zur Verwunderung aller plötzlich Ersatztorhüter Reiser ein, der gegen den Mannheimer Topscorer parieren sollte. Dieser lief mit viel Tempo an, Schuss nach links, doch Reiser ist da und lässt das Dach der Halle förmlich wegfliegen. Dann versucht es Kotasek besser zu machen, doch auch hier steht ein starker Goalie entgegen. Auch Zbaranski scheitert am wiedergekommenen Schweitzer, sodass es in die Verlängerung geht, dieses Mal beginnt Mannheim in Person von Sullikowksi, doch dieses Mal gewinnt Schweitzer das Duell. Für Zweibrücken soll Denis Majewski die Entscheidung herbeiführen, dieser greift auch tief in die Trickkiste, doch Uhrig stoppt ihn mit einem Mega-Save, sodass es weitergeht. Kapitän Fass tritt für Mannheim an, doch wieder heißt der Sieger Tim Schweitzer. Als fünfter Schütze übernahm Fabian Fellhauer Verantwortung, mit einer kurzen Finte schickt er Uhrig in die falsche Richtung und hat so das freie Tor vor sich und vollstreckt mühelos. Nach spannenden 60 Minuten und einem anschließenden Shoutout setzen sich die Hornissen mit 5-4 durch und ziehen den Extrapunkt.
Zwar stehen die Zweibrücker als Sieger dar, dennoch gibt es einiges zu tun, insbesondere angesichts des Topspiels am kommenden Sonntag, wenn man zum ungeschlagenen Vizemeister nach Heilbronn reisen muss. Doch dieser elektrisierende Sieg muss aus Grundstein genommen werden, um mit frischen Beinen die Auswärtsreise anzutreten.




