Gnadenlose Eisbären entführen drei Punkte.
- lucawelle2
- 16. Dez. 2025
- 5 Min. Lesezeit

Die Hornets bleiben zum letzten Heimspiel des Jahres erstmals in dieser Saison vor heimischen Publikum ohne Sieg. Hocheffiziente Eisbären gewinnen am Sonntagabend mit 5-4.
Die Zeichen für das letzte Heimspiel in diesem Kalenderjahr waren von Anfang an nicht schlecht, um noch einmal ein Ausrufezeichen zu setzen. Insgesamt zählte das Aufgebot von Coach Wolf 16 Feldspieler plus 2 Torhüter, außer Sascha Göth war das Stammpersonal komplett. Auf der anderen Seite waren die Eisbären etwas ersatzgeschwächt, sodass der Eisbären-Coach in der Defensive kreativ werden musste. Im Tor musste EHC-Neuzugang Tim Schweitzer zunächst wieder auf der Bank Platz nehmen, erneut erhielt Michi Seitz den Vorzug.
Und das Spiel begann aus Zweibrücker Sicht wieder sehr furios. Es waren noch keine 10 Sekunden gespielt, da erobert Spurny an der gegnerischen blauen Linie den Puck, der anschließende Schuss war aber noch keine große Gefahr für Riku Törnqvist. Die Hornets zeigten aber von Anfang an, wo das Spiel hingehen soll. Im selben Wechsel waren es dann zwei Doppelchancen von Michael Outzen und Adam Sprung, die jeweils nicht das Ziel fanden. Kurz darauf war dann Erik Betzold alleine auf weiter Flur, doch auch er scheiterte am starken Eisbären-Goalie. Bis zur fünfen Minute waren die Eisbären offensiv fast nicht zu sehen, auch trotz einer frühen Überzahl gab es wenig zwingendes. Die erste nennenswerte Chance der Gäste hatte Topscorer Santanen, der Seitz mit einem strammen Schuss prüft. Auf der Gegenseite war der schnelle Kotasek der Verteidigung enteilt und konnte nur durch ein Stockfoul gestoppt werden, sodass Schiedsrichter Westrich folgerichtig auf Penalty entschied. Die Verantwortung nahm Michael Outzen, der schon letzte Woche in Reutlingen seinen Penalty verwandelte. Auch dieses Mal versuchte er es mit einem starken Move, doch als Törnqvist schon verladen war, bleibt der Puck auf dem Eis liegen und so war die große Chance zur Führung dahin. Kurz darauf war es wieder Michael Outzen, der aber nur den Handschuh von Törnqvist trifft. Wieder auf der Gegenseite konnten sich die Eisbären Ernstmals richtig im Zweibrücker Drittel festsetzen, was sofort bestraft wurde. Rausch spielt einen langen Pass auf den völlig freistehenden Santanen, der ohne große Mühe unter die Latte schweißt. Kurz darauf war es wieder die Heilbronner Paradereihe, dieses Mal vollendet Wagner völlig freistehend vor Seitz, der auch an diesem Tor nichts machen kann. Noch dicker kam es dann wieder drei Minuten später, die schnellen Heilbronner kontern, Santanen bedient Landsmann Lottonen, der den Puck unhaltbar in die Maschen haut. Niemand wusste so recht, wie es zur Heilbronner Führung kam, gerade weil die Hornets die klar bessere Mannschaft waren. Dennoch waren die hocheffizienten Eisbären in ihrer Chancenverwertung gnadenlos, sodass es nach 14 Minuten bereits 0-3 stand. Zu diesem Zeitpunkt hatte dann auch Goalie Seitz Feierabend, der allerdings an keinem der drei Gegentore etwas machen konnte. Doch der Torhüterwechsel war eine Art Initialzündung für die Hornissen. 57 Sekunden nach dem dritten Gegentreffer schießt Spurny etwas verdeckt, Törnqvist kann nur prallen lassen und da reagiert Betzold am schnellsten, sodass er zum Anschluss einnetzt. In der Folge wurden die Hornets wieder etwas stärker, in Unterzahl erläuft Michael Outzen den Puck vor Platz, doch erneut kann der US-Amerikaner den Puck nicht verwandeln. Das anschließende Bully gewinnt dann Jacob Ratcliffe, am Ende der Kette landet der Puck auf der Kelle von Simon Klemmer, der einen verdeckten Schuss perfekt ins lange Eck setzt, nachdem Törnqvist stark die Sicht genommen wurden. So geht ein aufregendes erstes Drittel, in dem die Hornets klar überlegen waren, mit 3-2 an die Gäste.
Nach der Pause waren die Zweibrücker zunächst in Unterzahl, doch auch diese Unterzahl konnten die Hornets stark wegverteidigten. Als Marco Trenholm dann seine Strafe abgebrummt hatte, setzt er sich gemeinsam mit Simon Klemmer in Bewegung, Klemmer bedient Trenholm mustergültig und dieser trifft zum wichtigen Ausgleich. Gerade die Konter waren gegen die langsame Heilbronner Defensive ein probates Mittel, die immer wieder für Gefahr sorgten. Sp auch kurz darauf, nachdem Silas Jäger von Erik Betzold bedient wird und nur den Außenpfosten trifft. Aber auch die Gäste wurden zur Mitte des zweiten Spielabschnitts wieder etwas aktiver, Tim Schweitzer konnte sich aber immer wieder durch seine ruhige Art auszeichnen, so auch häufig gegen die Heilbronner Paradereihe. In der 28. Minute war dann erneut die starke zweite Reihe der Hornets auf dem Eis, wieder nimmt Klemmer aus einer leicht verdeckten Position Maß und erneut zappelt der Puck im Netz! Die Hornets gehen somit hochverdient zur Hälfte der Spielzeit in Führung, nachdem sie ihre vielen Chancen zu Toren umwandeln konnten. Die Zweibrücker Führung rief dann aber auch die Gäste wieder auf den Plan, die allmählich etwas stärker wurden. Diesmal war es die gefährliche Kombination aus Wagner und Santanen, die für zwei gefährliche Schüsse sorgen, doch erneut bleibt Schweitzer makellos. Auf der Gegenseite laufen Betzold und Outzen alleine auf den Eisbären-Goalie, doch der Schuss von Outzen landet am Ende auf der Brust des finnischen Schlussmanns. Wieder auf der Gegenseite fällt ein abgefälschter Schuss von Lottonen im Slot genau auf den Schläger von Santanen, der nicht lange fackeln muss und den Puck zum Ausgleich im Netz unterbringt. Das war auch gleichzeitig der Pausenstand, was viele als leistungsgerecht beurteilten, da die Heilbronner zum Ende des zweiten Abschnitts etwas besser wurden.
Die Hornets wussten, dass die im letzten Abschnitt nochmals eine enorme Leistungssteigerung an den Tag legen mussten, um an diesem Abend die drei Punkte mitzunehmen. Diese Motivation konnte man von Anfang an spüren, nach wenigen Momenten gab es erneut einen kleinen Fehler der Heilbronner Hintermannschaft, Michael Outzen erobert den Puck, aber der glücklose Nordamerikaner konnte das Spielgerät abermals nicht im Tor unterbringen. Die Gäste waren auch zu Beginn des dritten Drittels etwas schlafmützig aus der Kabine gekommen, fünf Minuten im Drittel kamen sie aber zu ihrer ersten richtigen Chance im Schlussabschnitt. Wieder gibt es etwas Chaos vor dem Zweibrücker Tor, am Ende legt Fisher auf Wagner, der den Puck dann über die Linie drückt. Erneut lagen die Eisbären also vorne, obwohl die Zweibrücker ein richtig gutes Spiel machten. Kurz nach dem Gegentreffer schießt dann Leon Kremer, Klemmer will den Puck vor dem Tor abfälschen, doch der Puck geht leicht am Tor vorbei. Spätestens ab der 50. Minute spielten eigentlich nur noch die Hausherren, die Heilbronner setzten ab und zu Entlastungsangriffe, ohne größere Gefährlichkeit. In einer weiteren guten Phase konnten sich die Hornissen in der gegnerischen Zone festsetzen, den abschließenden Schuss von Routinier Hellmann fischt Törnqvist aber ebenso routiniert weg. Kurz vor dem Ende zogen die Hornets dann nochmals den Torhüter und setzten sich mit sechs Feldspielern in der Heilbronner Defensivzone fest, doch die Heilbronner verteidigten auch diese letzte Drangphase eng weg, sodass am Ende eine unglückliche Zweibrücker Niederlage steht.
Hornets-Coach Wolf zeigte sich in der anschließenden Pressekonferenz auch sehr konsterniert über den unglücklichen Spielausgang, auch weil seine Mannschaft ein gutes Spiel gemacht hat. Da man aber erneut ohne Punkte geblieben ist, sieht er im kommenden Spiel in Hügelsheim ein wichtiges Schlüsselspiel, das man unbedingt gewinnen muss, um Anschluss an die Tabellenspitze zu halten.




